„Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ – Schöpfungsgang am 3. August

Mit dem Pilgerstab unterwegs sein, auch andere Orte als den Kirchenraum spirituell erleben – diese Wünsche haben den Pfarrgemeinderatsausschuss „Glaube in Bewegung“ auf die Idee gebracht, zu einem Schöpfungsgang einzuladen.

Dass der 3. August, für den dieser Gang geplant war, zu den heißesten Tagen dieses ohnehin heißen Sommers gehören würde, war bei den ersten Planungen im Februar natürlich nicht abzusehen. So war es dann nur eine recht kleine Gruppe von 17 unerschrockenen Menschen, die der Einladung folgten und sich auf den Weg machten. Eine schöne Überraschung: der größte Teil des anderthalbstündigen Weges führte durch Schatten, und so manche/r entdeckte unbekannte, reizvolle Ecken in einem Stadtteil, in dem er oder sie seit langem zu Hause ist.

„Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ – dieses von vielen so geliebte Sommerlied war das Motto des Schöpfungsganges. Dass dieses Lied kurz nach dem 30-jährigen Krieg in einer leidvollen Zeit entstanden ist, ließ uns manche Textzeile mit anderen Ohren hören.

Auf einem Spaziergang von St. Hedwig nach St. Thomas wurden mehrere Stationen gemacht, bei denen nach einführenden Impulsen einzelne Strophen gesungen wurden. Aber es gab nicht nur Worte und Gedanken. Bei den Strophen, die von Honig, Wein und Weizen erzählen, gab es eine kleine Stärkung mit Honigbrot, Traubensaft oder einem Schluck Wein – was für eine schöne Idee! Und als in der siebten und achten Strophe die Frage gestellt wurde, wie schön es wohl im Himmel bzw. in „Christi Garten“ zugehe, wurden Seifenblasen gemacht. Geheimnisvolle, zerbrechliche Schönheit konnte damit zum Ausdruck gebracht werden; außerdem erfreuten sich zufällig vorbeikommende Kinder sehr an diesem Bild.

In St. Thomas kamen weitere Teilnehmende dazu, die wegen der Hitze den Fußweg gescheut hatten. Bei einer Andacht erklang noch einmal das ganze Lied, unterbrochen durch Variationen des Komponisten Andreas Willscher für Orgel, die Wolfgang Prevot vortrug. Besonders der vorwitzige Kuckuck machte viel Freude. Zum Abschluss der Andacht wurden Samenkugeln verschenkt, die so manchen Garten hoffentlich noch etwas schöner und bunter machen.

Der abschließende Imbiss mit leckeren „Variationen in Quark“ rundete einen zwar anstrengenden, aber erfüllenden Nachmittag ab. Die Damen des Ausschusses Elisabeth Hunold-Lagies, Irene Linder, Annette Prevot, Gudrun Pusch und Elke Weise sowie Roswitha Prevot als Gastgeberin unterwegs und Heidi Krebs als „Küchenfee vor Ort“ ernteten großen Dank für eine bis ins Detail liebevoll vorbereitete Veranstaltung.

2018-08-06T18:22:11+00:00