Berichte

Staffel der Gastfreundschaft
Freitag, 08. Juli 2016

Der Ökumenische Stadtkirchentag (16-18.September) wirft seine Schatten voraus: Im Rahmen der „Staffel der Gastfreundschaft" besuchen sich seit Beginn dieses Jahres Gemeinden unterschiedlicher Konfessionen, um sich gegenseitig näher kennen zu lernen.

Am 8. Juli waren die „Silberfüchse" von St. Godehard in der Evangelischen Jona-Gemeinde im „Kurfürstenviertel" (Eislebener Straße) zu Besuch. Hier der Bericht:

„Da wir alle schon recht früh angereist waren, begrüßten uns die Gastgeber sehr herzlich bei einem Stehempfang im Vorraum. Die offizielle Begrüßung erfolgte dann in dem kleinen, aber sehr ansprechenden Gebetsraum. In diesem Raum steht ein Altar auf Rädern, zwei Skulpturen von Gerhard Marcks und ein schönes Taufbecken mit einem Sternenhimmel aus bunten Lichtern. Herr Dr. Kalb begrüßte uns mit „Liebe Schwestern und Brüder" und drückte damit seine Freude aus, eine katholische Gemeindegruppe als Gast zu haben. Danach erfuhren wir in einem interessanten Vortrag, wie die Jona-Gemeinde vor 50 Jahren gegründet wurde und sich bis zum heutigen Tag entwickelt hat. Die anschließende Führung durch das Gemeindezentrum übertraf unsere Erwartungen. Ein großer Saal ist für Großveranstaltungen vorhanden und vielseitig einsetzbar. Bei einem leckeren Kalten Buffet entwickelte sich ein reger Gedankenaustausch über die Sorgen, aber auch Freuden in den jeweiligen Gemeinden. Zum Abschluss haben alle das Lied „Lobe den Herren" gesungen und das „Vaterunser" gebetet. Schließlich erfolgte die Übergabe des Staffelstabes von der Jona-Gemeinde an uns. Ein Los wurde feierlich aus der „Schatzkiste" gezogen. Unser Los trug den Namen der evangelischen Trinitatis-Gemeinde in Osterholz/Blockdiek. So wird diese Gemeinde unser Gast in St. Godehard sein."

 

Am 21.Juli haben wir, eine Gruppe aus der evangelischen Trinitatis-Gemeinde, den katholischen Gemeindestandort St. Godehard in Hemelingen besucht.

 

„Normalerweise haben wir mit der katholischen Gemeinde St. Raphael eher durch den Gemeindeteil St. Antonius zu tun, und so empfanden es beide Seiten als spannend, die Geschwister aus dem Nachbarstadtteil kennen zu lernen. Als „Schwestern und Brüder" wurden wir nämlich von Herrn Krümpelbeck, dem Sprecher der einladenden „Silberfüchse" begrüßt und als solche fühlten wir uns auch aufgenommen. Als Angehörige der einen Christenfamilie waren uns auch ähnliche Problemlagen vertraut: Dass es schwierig ist, jüngere Menschen für die aktive Teilnahme in unseren Gemeinden zu gewinnen oder dass wir den schmerzvollen Verlust von Gemeindezentren zu verkraften haben. Als wir erläuterten, dass wir uns aus Mitgliedern der ehemaligen Gemeinden Blockdiek, Tenever und Ellener Brok zusammensetzten und dabei die Schließung des letzteren Zentrums erwähnten, kam die seufzende Reaktion: „Wie bei uns St. Barbara!". Ein wechselseitiges Einverständnis war schnell geschaffen, einen zwanglosen, unbeschwerten Nachmittag miteinander zu verbringen und das Kennenlernen zu genießen. Nach der freundlichen Begrüßung brachte uns die Pfarrsekretärin, Frau Sauerland, die Geschichte und die Gemeindereferentin, Frau Frantzen, das aktuelle Gemeindeleben näher. Wir lernten, dass Hemelingen durch Zuzug von Industriearbeitern schon Mitte des 19. Jahrhunderts zu einem ersten Kristallisationspunkt katholischen Gemeindelebens im heutigen Bremen wurde. Gemeinsame Erinnerungen an Hemelinger Firmen wurden ausgetauscht. Diese Reminiszenzen wurden unterbrochen als der Kantor erinnerte, dass mit ihm eine Vorführung der Orgel verabredet sei. So stiegen wir hinauf zur Empore der neuromanischen Kirche. Der Organist erklärte uns das Instrument in unterhaltsamer Weise mit Klangbeispielen. Danach genossen wir die spirituelle Stille, zu der uns Frau Sauerland hinführte, als sie uns bat, uns auf den Herrn, auf den die Kirche ausgerichtet ist, zu konzentrieren. Die nachdenkliche Stille löste sich in einem gemeinsam gesungenen „Laudate omnes gentes. Im Gemeindesaal wurden wir dann im besten Sinne der Gastfreundschaft auch kulinarisch versorgt. Nach einem Grußwort von Pfarrer Dau entwickelten sich in lockeren Grüppchen angeregte Gespräche. Schließlich setzen wir feierlich das Überreichen des Staffelstabes in Szene, der nun bei uns auf eine Pilgergruppe aus Findorff wartet. Aus St.Godehard nehmen wir das Erlebnis von unverkrampfter, anregender Gastfreundschaft mit: Das war richtig schön!"