Berichte

Neujahrsgottesdienst von St.Raphael
Freitag, 01. Januar 2016

Orgel

(festliches Vorspiel)

 

Impuls

Sprecherin: Lob ...... Größe ...... Erhabenheit ......
Kantorin: „Ehre sei Gott in der Höhe!" (nach GL 168,2)

Sprecherin: Sehnsucht ...... Grenzen ...... Konflikte ......
Kantorin: „Friede den Menschen auf Erden!" (nach GL 168,2)

Sprecherin: Schöpfung ...... Ehrfurcht ......
Kantorin: „Ehre sei Gott in der Höhe!"

Sprecherin: Zusammenleben ...... Nächstenliebe ......
Kantorin: „Friede den Menschen auf Erden!"

Sprecherin: Ewigkeit ... Licht ......
Kantorin: „Ehre sei Gott in der Höhe!"

Sprecherin: Straßen und Häuser ...... Gerechtigkeit ......
Kantorin: „Friede den Menschen auf Erden!"

 

Begrüßung

Der Herr sei mit euch!
Gnade und Friede von Gott unserm Vater und dem Herrn Jesus Christus sei mit euch!

Was für ein gut tuendes Wort am Jahresanfang: „Der Friede sei mit uns!" Es ist schön, Sie alle mit diesem Wort empfangen zu dürfen! Es ist das Wort, dass auch in Bethlehem den Anfang begleitet hat: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen auf Erden!" Im Evangelium werden wir es erneut hören und im Gloria werden wir es gleich alle singen!

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne (Hermann Hesse): An jedem Jahresanfang ergreift ein solcher Zauber jedesmal auch uns! Ja, das was wir Weihnachten gehört haben, soll in dieses Jahr weitergehen! Ich möchte mir davon möglichst viel bewahren! Jeder möchte, dass wir uns alle davon möglichst viel bewahren! Und so wünsche ich Ihnen auch im Namen unseres Pfarrgemeinderates und Kirchenvorstandes und des Pastoralteams ein gutes und gesegnetes neues Jahr 2016!

Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen auf Erden! Der Friede auf Erden ist also das, was Gott ehrt?! Das „Gott ehren" ist also das, was den Frieden auf Erden voranbringt?! Singen wir auch mit diesen Gedanken nun unser Gloria! (GL 168,2)

 

Lesung:

Jesaja 52,7..10 (aus Weihnachten/Tag)

Wie willkommen sind auf den Bergen die Schritte des Freudenboten, der Frieden ankündigt; der eine frohe Botschaft bringt und Rettung verheißt; der zu Zion sagt: Dein Gott ist König. Horch, deine Wächter erheben die Stimme, sie beginnen alle zu jubeln. Denn sie sehen mit eigenen Augen, wie der Herr nach Zion zurückkehrt. Brecht in Jubel aus, jauchzt alle zusammen, ihr Trümmer Jerusalems! Denn der Herr tröstet sein Volk, er erlöst Jerusalem. Und alle Enden der Erde sehen das Heil unseres Gottes.

 

Evangelium:

aus Lukas 2,1..21

In jener Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. Da trat der Engel des Herrn zu ihnen und sagte: „Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude, die allem Volk zuteil werden soll!" Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach: „Ehre sei Gott in der Höhe, und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade!" Als die Engel die Hirten verlassen hatten, sagten sie zueinander: „Kommt, wir gehen nach Bethlehem, um das Ereignis zu sehen, das uns der Herr verkünden ließ!"

Einschub (Sprecherin)

... Die Hirten lassen sich berühren durch eine unglaubliche Begegnung.
... Sie vergewissern sich gegenseitig, was da gerade war: Haben sie richtig gehört?
... Furcht, Erschrecken und Freude liegen dicht beieinander!
... Sie geraten in Bewegung: Dieses Ereignis läßt sie nicht ruhig bleiben.

Die Hirten eilten nach Bethlehem und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag. Als sie es sahen, erzählten sie, was ihnen über dieses Kind gesagt worden war. Und alle, die es hörten, staunten über die Worte der Hirten. Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach.

Einschub (Sprecherin):

... Maria erhält eine „Ahnung vom Himmel".
... Die vorangegangene Botschaft des Engels hat in ihrem Kind „Hand und Fuß" erhalten.
... Die Anteilnahme der Hirten wirkt bestärkend.
... Ein kleines Kind führt zum großen Staunen.
... Gewohntes gerät aus dem Konzept.
... Das alles will sie nicht vergessen.
... Sie fragt sich aber auch: Wie wird es weitergehen?.

Die Hirten aber kehrten zurück, sie rühmten Gott und priesen ihn für das, was sie gesehen und gehört hatten.

 

Predigt

(Ambo) Pastor Dau

„Und bewahrte alles in ihrem Herzen..." / „Und dachte darüber nach..."

Der 1.Januar ist seit der Liturgiereform des 2.Vatikanischen Konzils ein Marienfeiertag. Mir selber ist ein Marienfest am 1.Januar seit meiner Kindheit fremd geblieben, aber der besondere Hinweis auf die Nachdenklichkeit Marias ist mir am Neujahrstag wichtig geworden. Ich möchte jetzt nicht inhaltlich auffüllen, worüber Maria wohl nachdenklich gewesen sein könnte und was es wert war, dass sie es in ihrem Herzen bewahren wollte.
Mir geht es allein um ihre Haltung der Nachdenklichkeit.

„Und bewahrte alles in ihrem Herzen..." / „Und dachte darüber nach..."

Ein Weiser wurde gefragt, warum er trotz seiner vielen Beschäftigungen immer gesammelt sein könne. Er antwortete: Wenn ich stehe, dann stehe ich. Wenn ich gehe, dann gehe ich. Wenn ich esse, dann esse ich. Und wenn ich spreche, dann spreche ich. Der Frager fiel ihm ins Wort: Das tue ich auch. Was tust du darüber hinaus? Wiederum sagte der Weise: Wenn ich stehe, dann stehe ich. Wenn ich gehe, dann gehe ich. Wenn ich esse, dann esse ich. Wenn ich spreche, dann spreche ich. Wenn ich bete, dann bete ich. Aber das tue ich aber doch auch! Nein, das tust du nicht: Wenn du sitzt, stehst du schon. Wenn du stehst, läufst du schon. Wenn du läufst, bist du schon bei deinen Geschäften!

„Und bewahrte alles in ihrem Herzen..." / „Und dachte darüber nach..."

Ich nehme mir tatsächlich viele Gelegenheiten, mich selber zu erleben, und „Multitasking" wird immer mehr erwartet und (wie selbstverständlich) mitgemacht. So gibt es auch nicht viele Zeiten, in denen ich mich nachdenklich über mich selber erlebe. Für viele gehört ein Jahreswechsel aber zu solchen Momenten: Was hat das abgelaufene Jahr mit mir (aus mir) gemacht? Was hat mir dieses Jahr gegeben? Was habe ich diesem Jahr gegeben? Ich muss erleben, dass es beim Nachdenken bleibt. Ich halte inne und denke nach - und erlebe mich (mitunter unbewußt, auf jeden Fall aber zu schnell) schon wieder in der Situation, zu laufen und zu funktionieren. Und das eigentlich nicht einmal, weil ich dazu (von außen) getrieben werde, sondern weil ich beim Bewahrenswerten über ein bloßes „sammeln" nicht hinauskommen mag, weil ich es nicht anders gelernt habe. Dabei will „bewahren" ganz anderes bewirken als ein reines „sammeln" und bloßes „aufbewahren". Das wird deutlich, wenn ich mir auffällt, dass „bewahren" mit „bewähren" zusammenhängt. Und dann wird mir dieser Dreischritt deutlich: Erstens: Nur das sollte bewahrt werden, was sich bewährt hat. Zweitens: Was sich bewährt hat, soll aber auch bewahrt werden! Und drittens: Ob Bewährtes tatsächlich bewahrt wird, zeigt sich allein daran, ob diese Erfahrungen lebendig bleiben und ich auch zukünftig einbringe! Sonst hätte das Bewährte/Bewahrte für mich ja keine Bedeutung mehr, ich hätte diese Erfahrungen also nicht machen brauchen, sie wären letztlich umsonst! Dieser Dreischritt von „bewahren" wird am sinngemäßen Wort „aufheben" noch deutlicher: Zunächst meint ja „aufheben", daß ich etwas tatsächlich „auf"hebe, damit es nicht übergangen oder zertreten oder verweht wird. Zweitens meint „aufheben" aber genauso, daß ich etwas verwahre und zurücklege. Und schließlich meint „aufheben" ebenso „hochheben", also zeigen, sichtbar machen, „im Blick behalten". Und erst damit kommt „aufheben" an sein eigentliches Ziel!

„Und dachte darüber nach..." / „Und bewahrte alles in ihrem Herzen..."

Welche Erfahrungen, Gespräche, Einsichten sind das für mich (für Sie) aus dem vergangenen Jahr? Ich kann Ihnen natürlich nicht sagen, was das im Einzelnen für Sie gewesen sein mag. Ich möchte jetzt nur allein appellieren: Dass ich in meinem Herzen in ein solches Nachdenken komme; dass es mir also gelingt, mir die Schätze dieses Jahres nicht nur zu „aufzubewahren", sondern sie sich auch in diesem Jahr bewähren lasse! ich bin davon überzeugt: Genau dann, werden wir auch seltener die Erfahrung machen, daß ich zwar sitze, aber schon längst laufe; oder esse, aber schon längst bei meinen Geschäften oder Problemen bin! Sich Bewährtes bewahren heißt: Sich Bewahrtes bewähren lassen! Das wünsche ich uns allen für dieses, noch wie ein leeres, unbeschriebenes Buch vor uns liegende, neue Jahr! Dann wird ein Segen von ihm ausgehen, ein Segen für uns selber und genauso für alle, die uns begegnen werden! Sie werden nun auch unsere Erinnerungsgabe am Ende dieses Neujahrsgottesdienstes verstehen: Es wird ein kleines Notizheft sein: „Was ich mir bewahren möchte!" Es hat nur wenige Seiten, denn es sind aus einem Jahr immer nur wenige Schätze. Diese aber verdienen es festgehalten zu werden, damit sie nicht verloren und vergessen werden und also ihre Bedeutung behalten. Oder kennen Sie noch ihre Schätze aus dem vorletzten Jahr?...

„Und dachte darüber nach..." / „Und bewahrte alles in ihrem Herzen..."

Die Haltung Marias möge uns allen an diesem Neujahrstag wichtig sein, uns hellhörig und nachdenklich und gewissenhaft machen! Das vergangene Jahr war zu wichtig, um einfach „ad acta" gelegt und damit letztlich vergessen und bedeutungslos zu werden! Amen.

 

Fürbitten

Jede und jeder von uns hat seine ganz eigenen Erinnerungen an das zurückliegende und seine ganz eigenen Hoffnungen und Vorsätze für das vor uns liegende Jahr. Wir beten um die Kraft, aus unseren Erfahrungen zu schöpfen, sei es als Trost oder Ermutigung.

Kehrvers: „Was immer war und was wir gehört...")

Viele Gläubige sehnen sich nach Veränderungen in unserer Kirche; über viele Fragen wird gerungen und kontrovers diskutiert. Wir beten um Klugheit in der Entscheidung darüber, wie die christliche Botschaft heute und in Zukunft glaubwürdig bezeugt und gelebt werden kann.

Kehrvers: „Was immer war und was wir gehört...")

Das zurückliegende Jahr war geprägt von Krieg und Gewalt, von Umbrüchen und neuen Aufgaben auch in unserer Stadt. Wir beten um den Mut, Unrecht beim Namen zu nennen und in konkreten Schritten für Gerechtigkeit einzutreten.

Kehrvers: „Was immer war und was wir gehört...")

In Familien, in Freundeskreisen und in unserer Gemeinde trauern wir über den Tod von uns nahe stehenden Menschen. Halte die Erinnerung an diese Menschen und ihr Lebenszeugnis in uns wach, und schenke ihnen das ewige Leben!

Kehrvers: „Was immer war und was wir gehört...")

 

Danksagung

(Ambo) Diakon und Frau Schirmer

Kehrvers: „Bewahre uns Gott / sei um uns mit deinem Segen!" (aus GL 453)

Sprecher: Bewahren erinnert und ermutigt!

Kehrvers: „Bewahre uns Gott / sei um uns mit deinem Segen!"

Sprecher: Bewahren tröstet und bewegt!

Kehrvers: „Bewahre uns Gott / sei um uns mit deinem Segen!"

Sprecher: Bewahren heißt „im Herzen bewegen".

Kehrvers: „Bewahre uns Gott / sei um uns mit deinem Segen!"

Sprecher:

In jener Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. Da trat der Engel des Herrn zu ihnen und sagte: „Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude, die allem Volk zuteil werden soll!" Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach: „Ehre sei Gott in der Höhe, und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade!" Als die Engel die Hirten verlassen hatten, sagten sie zueinander: „Kommt, wir gehen nach Bethlehem, um das Ereignis zu sehen, das uns der Herr verkünden ließ!" So eilten sie hin und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag. Als sie es sahen, erzählten sie, was ihnen über dieses Kind gesagt worden war. Und alle, die es hörten, staunten über die Worte der Hirten. Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach. Und dachte darüber nach.

Kehrvers: „Bewahre uns Gott / sei um uns mit deinem Segen!"

Sprecher: Meine Seele, vergiß es ja nicht!

Kehrvers: „Bewahre uns Gott / sei um uns mit deinem Segen!"