Berichte

Gedanken zum Kommunionempfang oder zur Segnung in der Eucharistiefeier
Montag, 04. Februar 2013

Wenn Ihnen die Eucharistiefeier und das Glaubensgeheimnis der heiligen Kommunion vertraut sind, dann werden Ihnen die folgenden Gedanken nichts Neues sagen. Aber vielleicht ist es auch für Sie interessant, einmal so auf die Eucharistie zu schauen, als ob Sie sie noch nie gefeiert hätten. Wir wünschen Ihnen allen, dass Sie für sich zu einem tiefen Verständnis des Kommunionempfangs kommen und für sich eine Ihnen angemessene Entscheidung treffen können.


Jesus hat mit den Jüngern ein besonderes Mahl gefeiert

Am Abend vor seinem Tod am Kreuz hat Jesus mit seinen Jüngern ein wichtiges, traditionelles jüdisches Mahl gehalten. Allerdings hat er dieses Mahl dabei neu gedeutet. Im Lukasevangelium lesen wir: Jesus „nahm Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und reichte es den Jüngern mit den Worten: Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut dies zu meinem Gedächtnis!" Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sagte: „Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird!" Mit dem Brechen des Brotes verwies er auf seinen bevorstehenden Tod am Kreuz. Im Kelch voll roten Weines erkannten die Jünger, dass er sein Blut für sie vergießen wird. Die Hingabe des Lebens ist für alle Kulturen Ausdruck tiefer Liebe. In seiner Hingabe öffnet uns Christus einen endgültigen und unüberbietbaren Weg in die Liebe Gottes, des Vaters.


In der Kommunion werden wir eins in der Liebe Gottes

Von Anfang an ist die Feier der Eucharistie für die Christen ein Zentrum ihres Glaubens. Sie wussten: Dieser Jesus, in dem Gott selbst gegenwärtig ist, hat sich für uns hingegeben. Sie erfahren seine Hingabe als Grundlage ihrer Existenz. Die Auferstehung vollendet diese Hingabe, denn sie besiegelt: Wer sich Gott hingibt, dessen Liebe läuft nicht ins Leere. Mit jeder Kommunion bekennen wir uns ausdrücklich dazu. Christen glauben, dass sie im Essen des Brotes eins werden mit dem für alle Menschen am Kreuz gestorbenen Jesus Christus, und damit eins mit Gott. Zugleich werden wir in der Kommunion eins auch mit den Brüdern und Schwestern, die mit uns feiern, denn wir alle essen von dem einen Brot. Jesus hat allen Jüngern aufgetragen, dieses Mahl immer wieder „zu seinem Gedächtnis" zu halten. Ihre große Dankbarkeit und Wertschätzung drückt bereits der griechische Name aus, denn „Eucharistie" heißt auf deutsch: „Danksagung".


Unterschiedliches Verständnis der Kommunion bei den christlichen Kirchen

Über die zentrale Bedeutung der Eucharistie als der Feier der Hingabe Jesu „zu unserem Heil" sind sich heute die Christen aller Konfessionen einig. Unterschiede gibt es aber beim näheren Verständnis der Kommunion selber: Katholiken und Lutheraner glauben dabei an die reale Gegenwart Jesu in den Zeichen von Brot und Wein. Andere Christen verstehen das Abendmahl eher als Symbol für seine Gegenwart oder als reine Erinnerung an das damalige Geschehen. Weil die Kommunion ein zentrales Glaubensgeheimnis ist, ist es wichtig, über sie theologisch noch mehr nachzudenken und sich im Dialog näher zu kommen.


Kann ich zu dem „Amen" sagen, was in der Eucharistiefeier geschieht?

Entscheidend ist bei einem Kommunionempfang, ob ich innerlich glaube, im Brot den „Leib Christi" zu empfangen - also ganz persönlich dem begegne, der mich geliebt und sich für mich hingegeben hat, und mir in seiner Hingabe den Weg öffnet zu Gott. Kardinal Kasper, der in Rom lange Zeit für die Einheit der Christen verantwortlich tätig war, hat dies so ausgedrückt: „Die Grundvoraussetzung dafür, dass ich die Kommunion empfange, ist die Frage, ob ich am Ende des eucharistischen Hochgebetes und beim Kommunionempfang selber ehrlichen Herzens mit der ganzen versammelten Gemeinde „Amen" sagen kann zu dem, was in der Eucharistiefeier nach katholischem Verständnis geschieht, und ob ich mein „Amen" in meinem Leben bezeugen will. Die Kommunion ist nicht nur ein Nehmen, sondern auch ein Geben. Jede Kommunion fordert mich dazu heraus, auch mein Leben für Menschen solidarisch einzusetzen."


Der Ritus beim Kommunionempfang

Die Gemeinde schreitet nach vorn zur Kommunion. Dieser Weg zur Kommunion will ein Symbol für meinen ganzen Lebensweg sein, mit allen seinen guten und glücklichen, und ebenso mit seinen schweren und belastenden Phasen. Mit all dem gehe ich zur Kommunion und öffne dort meine Hände für den, der mein Heil sein will. Der Priester oder Kommunionhelfer hebt die Hostie und spricht: „Der Leib Christi!". Sie selber antworten dann mit: „Amen!" Bitte nehmen Sie die Hostie in den Mund, bevor Sie weggehen. Dies ist ein Zeichen Ihrer Wertschätzung gegenüber demjenigen, der sich Ihnen in die Hand gibt! Danke.


Der Segen anstelle eines Kommunionempfangs

Wer nicht getauft ist oder keinen Zugang zum katholischen Verständnis der Kommunion gefunden hat oder wem dieses Geheimnis (auch wenn er Katholik ist) fremd geworden ist, ist auf jeden Fall herzlich eingeladen, sich segnen zu lassen. Gehen Sie mit den anderen Gläubigen nach vorne, halten Sie aber die Hände als Unterscheidungszeichen am Körper. Ihnen wird die Hand aufgelegt und ein Kreuz auf die Stirn gezeichnet. Dieser Segen möchte sagen: Du bist von Gott geliebt, und sein Segen wird Dir gut tun! Mit Ihrer Bitte um einen Segen stehen Sie nicht allein da. Viele Menschen sehnen sich heute danach, gesegnet zu werden: Ich möchte mich von Gott anrühren lassen und selber zum Segen für andere werden!

 


 


Wir wünschen Ihnen allen, dass Sie für sich zu einem tiefen Verständnis des Kommunionempfangs kommen und für sich eine Ihnen angemessene Entscheidung treffen können! In unseren Kirchen liegen auch Faltblätter mit diesem Text aus.